Die perfekte externe Festplatte für Fotografen! / by Nick Schreger

Western Digital "My Passport Wireless Pro"

Western Digital "My Passport Wireless Pro"

Es ist jetzt etwa ein Jahr her, da berichtete ich ebenfalls  auf meinem damals noch jungen YouTube Channel über die wohl beste externe Festplatte für Fotografen. Jetzt hat der gleiche Hersteller nochmal ordentlich nachgelegt und mit dem aktuellen Modell sämtliche Erwartungen übertroffen - die WD My Passport Wireless Pro verdient den Namenszusatz „Pro“ absolut, denn sie wird professionellen Ansprüchen mehr als gerecht.

Sie kommt aktuell in zwei Kapazitätsgrössen daher, mit jeweils 2 oder 3 TB und nutzt als Speicher leider keine SSD. Auch hat es  nicht den Anschein, als liesse sich das Gehäuse öffnen um eine solche eventuell nachzurüsten. Mit einer SSD wäre die My Passport Wireless Pro perfekt, denn als mobiles Gerät wäre sie so wesentlich robuster. Sicherlich wäre auch die Übertragungsrate zum Computer wesentlich schneller, sie wäre damit aber auch wesentlich teurer - man kann nicht alles haben. Die negativen Punkte wären damit aber auch schon abgehakt.

Verbindet man die Platte mittels USB 3.0 Kabel an einen Computer, so verhält sie sich völlig unauffällig wie jede andere Festplatte auch. Sie verfügt aber auch über einen eingebauten WiFi-Router und ermöglicht so bis zu 8 Geräten gleichzeitigen Zugriff.  Da sich dieser eingebaute Router auch mit einem vorhandenen Drahtlosnetzwerk - zum Beispiel daheim, im Büro oder im Hotel - verbinden kann, können die verbundenen Geräte auch aufs Internet zugreifen. Das kann im Urlaub interessant sein, wenn das WLAN im Hotel nur die Verbindung mit einem einzigen Gerät erlaubt oder man am Flughafen mit der ganzen Familie ein kostenpflichtiges WLAN nutzen möchte.

Sogar Smart-TVs mit Plex-Media-Streamingfunktion können auf Inhalte zugreifen

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Doch zurück zum Nutzen für Fotografen.

Die Platte verfügt - wie ihr Vorgänger - über einen SD-Kartensteckplatz. Dieser ist im aktuellen Modell aber per interner USB 3.0 Schnittstelle angebunden und im Vergleich zum Vorgängermodell funktioniert das kopieren von Dateien rasend schnell. Ich habe mal zum Vergleich jeweils eine Datenmenge von 1GB kopieren lassen; die neue Platte schafft in 20 Sekunden, wofür das Vorgängermodell mit interner USB 2.0 Schnittstelle satte eineinhalb Minuten braucht. Rechnet man das mal hoch, so wird eine vollgepackte 32GB Speicherkarte in nur etwa 10 Minuten gesichert. Der Vorgänger benötigte dafür fast das Fünffache!

Die Platte eignen sich also hervorragend dafür,  noch während eines Shootings Daten zu sichern oder im Urlaub abends im Hotel rasch das Material des Tages zu kopieren und die Speicherkarte wieder freizugeben, ohne ein Notebook mitnehmen zu müssen. Angenehm ist auch, dass man im Büro schliesslich nur noch ein Gerät anschliessen muss, um alle Fotos von sämtlichen Speicherkarten in einem Rutsch auf den PC oder Mac zu übertragen - das lästige Speicherkartenwechseln entfällt.

Zugriff von überall per kostenloser Apps für iOS, Android

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Importieren lassen sich Daten übrigens auch von einem USB-Stick, der in den USB-Anschluss der Festplatte gesteckt werden kann. Dieser verfügt aber nur über eine interne USB 2.0  Anbindung und erfüllt einen anderen, viel sinnvolleren Zweck: man kann daran ein Mobiltelefon oder Tablet laden.

Hat man seine Fotos (oder Videos) auf die Festplatte geladen, so kann man auf verschiedene Weise darauf zugreifen. Neben der bereits beschriebenen Variante einer Kabelverbindung kann man sich mit Notebook, iOS oder Android-Mobilgerät wahlweise mit dem 2,4 oder 5GHz WLAN Netzwerk der Platte verbinden. Die kostenlos erhältlichen Apps für iOS und Android verfügen über eine intuitive Benutzeroberfläche und bieten neben dem Browsen der aufgespielten Dateien auch die komplette Konfiguration der Festplatte. Damit die Anzeige der Vorschauen funktioniert, muss die Festplatte aber während der Erstellung dieser Vorschauen mit einem Ladegerät verbunden sein, da es angeblich zu viel Akkuleistung beanspruchen würde, diese Vorschauen im Akkubetrieb zu erstellen. Ich halte das für eine Ausrede und hoffe, dass das in einer neuen Firmware behoben wird. Wurden die Vorschauen einmal erstellt, so bleiben diese auch sichtbar, wenn die Festplatte mit Akku betrieben wird. Unterwegs helfe ich mir, indem ich die Festplatte an eine Powerbank anschliesse, wie sie zum Laden von Mobilgeräten benutzt wird. 

Was die Bildvorschauen angeht gibt es dann leider noch einen weiteren Wehmutstropfen - von RAW-Dateien werden grundsätzlich keine Vorschauen erstellt.  Es empfielt sich also, im Format RAW+ JPG zu shooten - um Fotos bei einem Event oder im Urlaub weiterzugeben braucht man ohnehin JPGs, das Problem hält sich also in Grenzen.

Mit einem Gewicht von 430gr (ohne Daten, hihi)  wiegt die Festplatte in etwa soviel wie ein normales Objektiv. Einen Designpreis verdient das Gehäuse nicht, das Gerät ist schnörkellos funktional gehalten was mich persönlich überhaupt nicht stört. Der Akku ist ebenfalls wesentlich leistungsstärker im Vergleich zum Vorgängermodell und hält etwa 6 Stunden durch - je nach Beanspruchung natürlich.

Fazit: wer als Fotograf viel unterwegs ist, gerne reist oder einfach nur eine verdammt praktische Backuplösung gebrauchen kann, für den ist die Western Digital My Passport Pro ein wahrer Leckerbissen.

Die Platte gibt es in der Schweiz für etwa 200,- in der 2TB Version; die grössere Ausgabe mit 3TB schlägt mit einem fairen Aufpreis von etwa 50,- zu Buche.  Absolut empfehlenswert!