Foto-Tipps für die Silvesternacht / by Nick Schreger

Seit über tausend Jahren fasziniert Feuerwerk den Menschen und in einigen Kulturen, zum Beispiel Lateinamerika, gehört Feuerwerk in jede Jahreszeit. In unseren Breitengraden ist es eher die Silvesternacht in der es so etwas zu bestaunen gibt, mal abgesehen von Volksfesten und pompösen Hochzeiten. Und jedes Jahr muss ich über Menschen lächeln, die versuchen, das Sylvesterfeuerwerk mit ihrem Mobiltelefon oder mit einer kleinen Taschenknipse zu fotografieren - am besten noch mit Blitz. 

Dabei ist es gar nicht so schwer, tolle Feuerwerksfotos zu machen, wenn man ein paar Dinge beachtet die ich Euch jetzt mit auf den Weg geben möchte:

1) Auch ein modernes Smartphone kann keine vernünftigen Fotos von einem Feuerwerk zustande bringen - auch wenn Hersteller gerne mit solchen werben. Dies geht schon allein wegen der winzigen Sensoren nicht, die nicht dazu imstande sind, rauschfreie Fotos bei wenig Licht zu machen. Nehmt also entweder eine vernünftige Kamera - Spiegelreflex oder spiegellos - mit oder lasst es lieber gleich bleiben und geniesst das Feuerwerk mit den Augen allein.  

2) Stellt die Blende des Objektivs auf einen hohen Wert ein, z.B. f11 oder f16. Dies bewirkt, dass die Feuerwerkseffekte scharf abgebildet werden und auch Objekte am Boden, die durch das Feuerwerk erhellt werden, gut zu erkennen sind. Welche Brennweite ihr verwendet hängt davon ab, wie weit weg Ihr vom Geschehen seid.  Ich persönlich wähle meist einen Bildausschnitt, auf dem man auch von der Stadt oder Landschaft noch etwas sehen kann. 

3) Mit einem Stativ bekommt ihr so richtig tolle Fotos hin, denn dann könnt ihr mit noch längeren Verschlusszeiten arbeiten und herrliche Lichtspuren der Raketen und Lichteffekte fotografieren. Dank der längeren Verschlusszeiten kann zudem ein niedrigerer ISO-Wert gewählt werden, was sich wiederum sehr positiv auf die Bildqualität auswirkt. Je nachdem, von wo aus Ihr das Spektakel beobachtet, reicht sogar ein Mini-Stativ wie das auf der Abbildung. 

4) Wer kein Stativ hat oder mitnehmen will, sollte zumindest ein Objektiv oder eine Kamera mit eingebautem Bildstabilisator haben. Je nachdem wie effizient dieser arbeitet besteht auch dann die Möglichkeit, längere Verschlusszeiten zu nutzen. Das mit Abstand bessere Ergebnis wird aber mit Stativ erzielt.

5) Schaltet den Autofokus ab und stellt den manuellen Fokus auf „unendlich“ - das Symbol dafür am Objektiv oder auf dem Kameradisplay sollte aussehen wie eine liegende Ziffer acht (∞). 

Fujifilm Kameras bieten hervorragende Fernsteuerungsmöglichkeiten via iOS und Android-App

6) Nutzt am besten einen Fernauslöser, wenn Ihr mit einem Stativ arbeitet. Wer eine Fujifilm-Kamera hat, kann diese bequem über das Mobiltelefon auslösen und sieht dabei auch noch das Sucherbild in Echtzeit. Auch lassen sich so Ergebnisse am Mobiltelefon anschauen, ohne dass man die Kamera vom Stativ nehmen muss (sie ist ja nach oben gerichtet und der Bildschirm nicht gut einzusehen).

7) Fotografiert mit einem möglichst geringen ISO-Wert von 100 oder 200 und schaltet die Funktion zur automatischen Rauschunterdrückung in der Kamera ab. Ein Foto lässt sich in der Nachbearbeitung in Adobe Lightroom viel besser entrauschen als in der Kamera.

8) Sucht Euch einen geeigneten Beobachtungspunkt aus, an dem Ihr die Kamera ohne Hindernisse auf den Himmelsabschnitt ausrichten könnt, an dem das Feuerwerk stattfinden wird. Achtet darauf, dass keine Störlichter wie Strassenlaternen, Leuchtreklamen oder ähnliches  auf das Objektiv treffen

9) Durch das übereinanderlegen mehrerer Fotos in Photoshop lassen sich atemberaubende Fotos erstellen die so aussehen, als sei das Feuerwerk viel gigantischer gewesen als es das tatsächlich war. Wer nur einen schwarzen Nachthimmel als Hintergrund auf den Fotos hat, der kann die einzelnen Ebenen in Photoshop mit dem  Modus „Negativ Multiplizieren“ ineinanderkopieren und schauen, was passiert! 

So sieht es aus, wenn nachträglich mehrere Aufnahmen zu einer einzelnen kombiniert werden!

10) Begebt Euch für den perfekten Shot auf keinen Fall in Gefahr und achtet auch darauf, dass Ihr Euer Stativ nirgendwo hinstellt wo jemand drüber stolpern könnte. Bei Menschenansammlungen an Sylvester gibt es immer wieder Idioten, die Böller unter die Leute werfen. Wer sich dann panisch in Sicherheit bringen will achtet nicht auf Kamerastative, und das kann böse enden. Seid am besten zu zweit damit einer immer die Umgebung im Auge hat während Ihr Euch konzentriert Eurer Kamera widmet.