Liebe auf den ersten Klick / by Nick Schreger

Fotos für die Partnersuche im Internet

Noch vor einigen Jahren galt die Partnersuche in sozialen Netzwerken oder ganz allgemein im Internet als wenig salonfähig. Auf Online-Partnerbörsen tummelten sich diejenigen, die im "normalen Leben" niemanden finden würden, so die allgemeine Meinung. Dieses "normale Leben" hat sich aber in den vergangenen Jahren immer mehr in die sozialen Medien verschoben - zumindest nehmen diese einen bedeutenden Platz im Alltag ein. Längst sind es nicht mehr die Mauerblümchen und Ausgegrenzten, die über dieses mächtige Medium einen Partner suchen. Ein Mensch, der im Berufsleben steht oder sich durchs Studium quält hat oft ganz einfach nicht die Energie oder Musse, sich in der knapp bemessenen Freizeit im Ausgang mit dem Thema Partnersuche zu beschäftigen. Die meisten werden ab einem gewissen Alter auch die Erfahrung gemacht haben, dass man in einem stickigen Club bei dröhnenden Bässen ohnehin nicht seinen Traumpartner finden geschweige denn kennenlernen kann. Kommt dann auch noch Alkohol ins Spiel, leidet die Selbst- und Fremdwahrnehmung: wir sind, wer wir gerne wären und sehen, was wir sehen wollen. Kommt es schliesslich zu einem weiteren Treffen, ist die Ernüchterung meist gross denn dann sitzt ein ganz anderer Mensch einem ganz anderen Menschen gegenüber. 

Online-Datingplattformen haben in den vergangenen zwei Jahren einen unglaublichen Schub bekommen. Dadurch, dass der negative Ruf verebbt ist, bekamen sie einen massiven Zulauf an Kunden aus so ziemlich allen sozialen Schichten wodurch sich wiederum das Angebot nicht nur quantitativ, sondern auch hinsichtlich Vielseitigkeit immens vergrösserte. "Endlich normale Leute" sagte eine Freundin neulich zu mir, als wir auf das Thema zu sprechen kamen. Es spricht also wirklich nichts mehr dagegen, online auf Partnersuche zu gehen. 

Interesse auf den ersten Blick

Wie im normalen Alltag so zählt es auch auf einem Online-Profil, den Betrachter innerhalb der ersten drei Sekunden für sich zu gewinnen oder zumindest dessen Interesse zu wecken. Das geht nur über ausdrucksstarke Fotos, die Sympathie und Interesse wecken - wir achten nun mal immer zunächst auf das Äussere und ziehen innerhalb weniger Sekunden erste Schlüsse über unser Gegenüber. Jedes Beteuern, es käme ja auf die inneren Werte an, ist in diesem ersten Schritt völlig irrelevant. Selbst wenn man auf einer Dating-Seite die Treffer vorab nach bestimmten Kriterien filtern kann ist es das Profilfoto, das über Klicken oder Weiterscrollen entscheidet. Werbung in eigener Sache also - und dazu braucht es ein, wenn nicht sogar mehrere perfekte "Produktfotos"!

Das "perfekte" Foto

Betrachtet ein Mensch das Foto eines anderen Menschen, passieren im Gehirn innerhalb kürzester Zeit unglaubliche Dinge. Wir sammeln Informationen, interpretieren und machen in rasender Abfolge einen Abgleich mit unserer internen Datenbank. Hat das erste Foto unser Interesse geweckt, schauen wir nach weiteren Fotos und lassen auch diese den Testlauf absolvieren. Erst dann lesen die meisten Menschen das Profil mit seinen näheren Angaben zur Person. Sind wir oberflächlich? Nein - wir vertrauen einfach viel mehr dem eigenen Instinkt, als einem Text, noch dazu von der abgebildeten Person selbst verfasst. Es ist also durchaus wichtig sich sehr gut zu überlegen, welche Fotos man innerhalb des Profils veröffentlichen möchte und welches als erstes im Profil erscheinen soll. 

Keine Selfies, kein "Duckface"

Grundsätzlich rate ich dringend davon ab, mit dem Mobiltelefon geschossene Selfies zu verwenden. Abgesehen von der bescheidenen Bildqualität eignen sich weder Bildausschnitt noch Brennweite des winzigen Objektivs dazu, ein Gesicht aus Armlängen-Entfernung vernünftig abzubilden. Das liegt daran, dass die in Mobiltelefonen verbauten Objektive sehr weitwinkelig sind - nähert man sich einem Objekt zu sehr mit einem Weitwinkel-Objektiv, so wird dieses verzerrt dargestellt. Daher kommt übrigens auch das Bedürfnis vieler, beim Selfie die Lippen zu einem Kussmund spitzen zu wollen ("Duckface"), denn das Gesicht wirkt dann zumindest auf den ersten Blick schlanker nachdem es durch das Objektiv des Mobiltelefons verzerrt wurde.

Keine Schnappschüsse, keine Freunde

Wenn du Fotos für ein Datingprofil benötigst, dann fertige diese explizit dafür an. Überlege dir, wie du dich zeigen willst, suche Kleidung und Locations für die Fotos aus und vermeide auch, andere Personen mit abzubilden, denn dann wirst du zwangsläufig auch nach diesen Bewertet. Einerseits macht es einen Mann attraktiv, wenn er sich in einem aktiven Kollegenkreis präsentiert (Beliebtheit und Ansehen innerhalb der Gruppe deuten schliesslich auf eine starke, positive Persönlichkeit hin), andererseits reicht aber auch eine einzige subjektiv unsympathische Person auf dem Foto, damit Frau sich fragt, ob sie sich denn mit seinem Freundeskreis verstehen würde. Umgekehrt kann das Foto mit der besten Kollegin für eine Frau zum Eigentor werden. Es geht bei diesen Fotos und bei der ganzen Angelegenheit um dich allein - da hat niemand anderer etwas zu suchen. 

Keine Rollenspiele, keine Verkleidungen

Mit Rollenspiel und Verkleidung meine ich keinesfalls derartiges im klassischen Sinne. Was ich damit sagen will ist, sei ganz einfach du selbst. Wenn du als Frau in High Heels gerade mal 5 Minuten stehen kannst, dann trage auch für die Fotos keine. Männer sehen im Anzug für gewöhnlich toll aus - wenn du dir einen vom Kollegen leihen musst und dich darin nicht wohl fühlst. lass ihn doch lieber gleich weg. Vermeide auch Fotos mit Sportgeräten oder im Sport-Dress - es sei denn, Sport ist absolut dein Ding und du widmest ihm einen Grossteil deiner Freizeit. Ebenfalls Tabu sind Fotos mit irgendwelchen Statussymbolen wie Auto, teurer Schmuck oder dergleichen. Das weckt nicht nur falsche Erwartungen, sondern vermittelt auch ein schlechtes Bild dessen, was dir - auch beim potenziellen Partner -  wichtig ist. 

"Interessant" geht vor "sexy"

Es ist kein Geheimnis, dass sich auf Partnerbörsen im Internet nicht nur diejenigen tummeln, denen der Sinn nach einer ersten Beziehung steht. Mit freizügigen Fotos spricht man deswegen nur diejenigen an, die nach etwas Abwechslung suchen. Also lieber kein tiefer Ausschnitt und keine Sixpack-Fotos, schliesslich geht es darum, Interesse und nicht Lust zu wecken. Wer sich auf seinen Körper reduziert muss sich nicht wundern, wenn das ein potenzieller Partner ebenfalls tut. Ich kann von mir selber sagen, dass ich meine "Beute" lieber selber erlege als dass ich mich auf etwas einlassen würde, dass mir bereits auf den ersten Fotos kompromisslose Verfügbarkeit vermittelt. Nichts ist reizvoller, als einen Menschen Stück für Stück zu entdecken. Nimm also nicht schon bei den Fotos zu viel vorweg. Wahre Sexieness kommt von innen und wird durch das Äussere allenfalls unterstrichen.

Auf die Privatsphäre achten

Nimm auf keinen Fall Fotos für die Partnersuche, die du irgendwo anders in Verbindung mit deinem Namen oder Beruf im Internet veröffentlicht hast. Dies ist mit einer der wichtigsten Gründe, weswegen Profilfotos für Partnerbörsen unbedingt neu gemacht und keinesfalls wiederverwendet werden sollten. Über die Google-Bildersuche lassen sich nämlich deine Profilfotos hochladen, und sollten diese irgendwann in der Vergangenheit irgendwo schon einmal im Internet aufgetaucht sein (Linked in, Facebook, auf der Unternehmensseite, Sportverein etc.) dann können diese mit Leichtigkeit gefunden werden. Im schlimmsten Fall weiss derjenige dann, wie ihr mit vollem Namen heisst, wo ihr wohnt und wo ihr arbeitet. Das funktioniert auch mit Dating-Apps wie Tinder, wenn jemand einen Screenshot von euren Fotos macht und diese dann per Google abgleichen lässt.

 

Vertraut auf einen Fotografen

"War ja klar, dass der jetzt damit kommt" werden jetzt einige denken - natürlich komme ich damit. Die Wahrscheinlichkeit, dass professionelle Fotos erfolgreicher sind als selbst gemachte, ist sehr hoch und auch verständlich wenn man bedenkt, dass ich mich vor einem solchen Shoot grundsätzlich immer mit dem Interessenten ganz unverbindlich in einem Café treffe und wir den gesamten Ablauf in aller Ruhe miteinander besprechen. Dabei lernen wir uns kennen und ich weiss, wie ich dich am natürlichsten erwischen und so fotografieren kann, dass die Fotos die Menschen ansprechen werden, auf die es dir ankommt. Wir wählen gemeinsam Outfits und verschiedene Locations aus, in denen und an denen du dich wohl fühlst - was sich dann auch in deinen Fotos zeigt. Wie bei allen meinen Shootings ist die Atmosphäre sehr entspannt und ich nehme mir alle Zeit, die es braucht. 

Hast du Fragen zu dem Thema, möchtest du so ein Shooting mal ausprobieren? Dann schreib mich bitte persönlich unter nick@ishootyou.com an (oder ruf kurz an unter 078 976 622 0).